Sunday, April 02, 2006

Nachruf

Das einzig gute am Krank sein ist, dass man Zeit findet, seine Gedanken zu ordnen. Zu sehen, wie sich das eigene Leben verändert, zum Guten und zum Schlechten - aus einem Blickwinkel, den man nur allzuoft vernachlässigt. Einen, der den trüben Blick klärt, grausam die Wahrheit offenbart, vor nichts zurückschreckt, eben jener aus der Ferne.
Bekanntschaften, Freundschaften, Liebschaften - ein- und derselbe Trott, egal ob Schul- oder Studienzeit. Ein Sprichwort sagt, das Alter macht Weise. Doch das stimmt einfach nicht. Es macht nur älter.
Dinge, die man für Unumstößlich hält, Erinnerungen von denen man hofft, sie würden ewig halten - verblassen. Freunde, die mir wichtiger sind, als ich es je zugeben könnte, verschwinden aus meiner Reichweite. Selbst schuld? Unverschuldet? Was spielt das noch für eine Rolle. Aus den Augen, aus dem Sinn. Nein.

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